WELCOME TO NEW YORK

    Diesen Winter ist New York das Ziel, wo die englischen Attribute mit der Klarheit, Offenheit und Moderne New Yorks verschmelzen und das urbane Lebensgefühl der «New Generation» herrscht. Die Pole bewegen sich zwischen einer natürlichen Einfachheit und Authentizität sowie einer wiederentdeckten Eleganz. Neue Formen und Volumen beeinflussen den Look und entsprechend zeigt sich ein Mix aus formal und sportiv anmutenden Elementen, welche sich im Styling über eine softe, entspannte Silhouette darstellen! Die Verarbeitung und das Zusammenspiel von Style und Stoff werden zu einem zentralen Aspekt.

    ALWAYS STAY TRUE TO YOURSELF

    Spannung erzeugt der Outdoor Materialmix, bei dem Nylon und Bonding Qualitäten ins Spiel kommen. Der Material Mix versteht sich hier als selbstverständlich und die richtigen Finishings sowie Treatments verleihen den einzelnen Styles und Qualitäten neue Haptiken und somit eine spürbar höhere Authentizität des Fabrics.

    SWISS MEN
    IN
    NEW YORK

    SET THE PACE – THE REST WILL FOLLOW

    Activewear vom Feinsten! Robust und doch stylisch. Verlassen Sie Ihre Komfortzone – und lassen Sie sich überraschen.

    CHRISTIAN WASSMANN

    Architekt und Designer

    Christian Wassmann studierte Innenarchitektur an der Schule für Kunst und Design in Zürich und machte sich gleichzeitig in verschiedenen Bereichen der kreativen Community einen Namen. 2005 gründete er das Studio Christian Wassmann in New York City. Inzwischen wurde er mit dem Schweizer Kunstpreis in der Kategorie Architektur und dem AIA New York New Practices Award ausgezeichnet.

    Ein Schweizer in New York
    New York ist sehr befreiend. Dieser Ort zwingt dich nicht, eine gewisse Person zu sein. Jeder, der nach New York kommt, passt hier irgendwie nicht her. Ich mag es, einer von vielen zu sein. Das Leben ist hier weniger vorhersehbar. Es gibt ein gewisses Risiko und eine gewisse Gefahr, die ich zum Existieren brauche. Damit ich mich als Person weiterentwickeln kann – und auch für meine Arbeit – brauche ich diesen Nervenkitzel und diese Unsicherheit, die am Ende sehr bereichernd sein kann.

    Mein Studio ist die größte Hausgemeinschaft von Künstlern in den Vereinigten Staaten. Im Flur trifft man unterschiedliche Leute, die in verschiedenen Bereichen tätig sind. Das Gebäude steht für den interdisziplinären Arbeitsansatz, nach dem ich mich so sehnte, als ich die Schweiz verließ. Aber die Schweiz hat andere Qualitäten, die ich hier vermisse, wie herausragende Handwerker und spezialisierte Experten. Ich baue gerade ein Haus für meine Familie und mich in Woodstock und ich habe tatsächlich Zimmermänner aus der Schweiz mit dem Bau beauftragt. Sie fertigen mein Design in der Schweiz vor und verpacken alles in Transportcontainer. Das hatte ich so nicht geplant, als ich mit dem Design des Hauses begann, aber die Schweizer sind technisch so viel weiter. Ich bin gerne ein Botschafter zwischen Kulturen und Orten.

    Persönliche Philosophie
    Man könnte sagen, dass das Sonnenstandsdiagramm ein Teil meiner persönlichen Philosophie geworden ist, wenn ich designe. Schon als kleiner Junge war ich vom Himmel und Weltall fasziniert. Heute findet unser kosmischer Ansatz Anwendung in allem, was wir bauen. Ein gutes Beispiel ist das Sun Path House, das ich für einen Privatkunden in Miami Beach gebaut habe. Das Sonnenstandsdiagramm der Sommersonnenwende ist das konzeptionelle Rückgrat des Projekts.

    Persönlicher Stil
    Thom York sagte einst: „Home is a black leather jacket“ – Zuhause ist eine schwarze Lederjacke. Meine fühlt sich wie ein Stück Architektur an. Ich kombiniere gerne. Meine Jeans und mein T-Shirt sind aus Bio-Baumwolle. Wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich für nachhaltige Produkte – solange sie gut aussehen.

    Verlässt nie das Haus ohne …
    Mein Zeichenbuch. Ich verwende das gleiche Format, seit ich 20 Jahre alt war. Ich nehme es überall hin mit und fülle etwa zwei pro Jahr.

    OLIVER STUMM

    Gastronom und Musikproduzent

    Der ehemalige Mathematiker und Computerwissenschaftler lebt seit über 20 Jahren in New York. Neben dem berühmten Swiss Cafe Select besitzt er drei weitere Restaurants und Bars sowie ein erfolgreiches Plattenlabel.

    Ein Schweizer in New York
    Ich bin unter dem Einfluss der amerikanischen und der schweizerischen Kultur aufgewachsen. Da ich die doppelte Staatsbürgerschaft besitze, versuche ich, das beste beider Kulturen in meinem Leben zu vereinen. Musik ist einerseits sehr technisch, andererseits auch sehr poetisch. Damit sie erfolgreich sein kann, muss beides stimmen. Ich versuche, die gefühlvolleren Aspekte der amerikanischen Kultur zu nutzen, in der noch heute die höchsten Standards für Popmusik gelten. Von der schweizerischen Kultur nehme ich die technischen Aspekte, da hier die mitunter weltweit höchsten Standards im Sound Engineering zu finden sind. Wie die Musik hat auch die Gastronomie eine technische und eine gefühlvolle Seite. Meine Musik hat mich zur Gastronomie geführt. Zu Beginn dachte ich, Cafe Select sei die schlechteste Idee aller Zeiten. Wer möchte schon in New York Schweizer Küche essen? Aber wir haben unsere Schwäche in eine Stärke verwandelt: Wir waren originell und haben Select zu einem Restaurant gemacht, das immer gut besucht ist. Seitdem habe ich drei weitere Restaurants in New York eröffnet: Rin Tin Tin, Better Days und im letzten Monat Gran Torino. Wenn ich gefragt werde, was ich mache, sage ich, dass ich bei Cafe Select arbeite. Die meisten Menschen wissen nicht, dass ich der Besitzer bin.
     
    Persönliche Philosophie
    Viele Dinge in meinem Leben waren reiner Zufall. Alles, was ich versuchte zu planen, hat nicht funktioniert. Einer dieser Zufälle war ein Lied, Flawless, das ich mit zwei anderen Jungs aufgenommen habe. Wir haben es unter unserem eigenen kleinen Label veröffentlicht und es wurde ein großer Hit im Vereinigten Königreich
    (Anm. d. Redaktion: über 1 Mio. Mal verkauft). Dann bekam ich plötzlich Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter und dachte zuerst, dass sich ein Freund von mir einen Scherz erlaubt. (Oliver mit einem aufgesetzten britischen Akzent:) „Hallo, hier spricht das Management von George Michael“ – eines Tages nahm ich den Anruf dann zufällig selbst entgegen und merkte, dass es tatsächlich das Management von George Michael war! Er wollte den Song und kaufte die Lizenz dafür. Der Titel blieb gleich, aber der Name wurde erweitert auf „Flawless (go to the city)“. Es war sein letzter großer Hit vor seinem Tod. Sein letzter weltweiter Top-Ten-Hit.

    Persönlicher Stil
    Als Student der Mathematik und Computerwissenschaft spielte Mode nie eine große Rolle in meinem Leben. Sie wurde erst viel später wichtig. Je älter man wird, desto wichtiger wird die Funktionalität von Mode. So entsteht deine eigene selbsternannte Uniform. (Ich habe übrigens einen sehr ausgeprägten Schuhfetisch. In meinem nächsten Leben werde ich vermutlich Schuhdesigner. Ich habe sehr genaue Vorstellungen in Bezug auf Schuhdesign. Es gab sogar Frauen, mit denen ich nicht auf ein Date gegangen bin, weil sie die falschen Schuhe getragen haben.)

    Verlässt nie das Haus ohne …
    Phoebe, meinen Rettungshund.

    CHRISTIAN CALABRO

    Künstler

    Der gebürtige Züricher lebt seit 26 Jahren in New York. Mit seiner „Abfallkunst“ ist er weltweit erfolgreich und wurde zweimal für den Grammy nominiert.

    Ein Schweizer in New York
    Ich habe einen Abschluss in Grafikdesign. Die Schweiz ist noch immer auf vielen Ebenen für ihre Designqualität bekannt. Meine Liebe für Design begann mit den Postern der Züricher Oper. Sie hatten die besten Designer. Hier in New York konnte ich für einige sehr talentierte Musiker arbeiten und designte Kunst für die Alben von Rage Against the Machine, Tony Bennett, Michael Jackson und Depeche Mode, um nur einige zu nennen.

    Ich wurde zweimal für einen Grammy nominiert, für Art Direction beim visuellen Look eines Albums. Es war eine tolle Zeit in New York – sehr kreativ. Aber dann brach die Plattenbranche zusammen und das Marketing gewann die Oberhand. Es hatte mit Design nichts mehr zu tun, die Leidenschaft war verflogen. So entschied ich mich, etwas anderes zu tun. Schon immer habe ich gutes Design auf der Straße gesammelt, wie Poster und Schnipsel, die an den Wänden kleben. Jetzt hatte ich die Zeit und den Freiraum, dieses Hobby professionell anzugehen.

    Persönliche Philosophie
    Ich generiere nichts Neues. Mein Interesse liegt in entsorgtem Material. Euer Abfall ist sprichwörtlich mein Vergnügen. Ich hauche Dingen, die als nutzlos angesehen werden, neues Leben ein.

    Persönlicher Stil
    Ich bin immer passend für meine Arbeit gekleidet und darauf vorbereitet, schmutzig zu werden. Mein Stil ist leger und praktisch. Am Ende ist alles voller Farbe, Kleber oder beidem. Ich setze auf schlicht und einfach. Oft bin ich im Hoodie unterwegs – immer auf möglichen Regen vorbereitet.

    Verlässt nie das Haus ohne …
    Meine Spachtel! Bei Regen findet man mich draußen mit einer großen Tüte, in der ich Papier sammle. Die Feuchtigkeit hilft dabei, die Lagen des Papiers, das überall in der Stadt an den Wänden klebt, zu trennen. Wenn ich mit dem Sammeln beginne, sehe ich nur die obere Schicht des Papiers. Wenn ich dann anfange es abzuziehen, entdecke ich Schichten von älterem Papier darunter. Wie ein Chirurg arbeite ich mich von Schicht zu Schicht. Als würde man Erinnerungen abziehen. Einige Plakate überleben den Prozess nicht, aber mit einer chirurgischen Vorgehensweise bleibt viel erhalten. Wenn ich dann nach Hause komme, sieht es dort aus wie auf einem Schlachtfeld aus Papier. Ich halte immer nach Baustellen Ausschau. Denn dort findet man die illegal angebrachten und interessantesten Designs bzw. Poster.

    Es ist illegal, irgendetwas an Bauzäune zu hängen, aber soweit ich weiß, ist es nicht illegal, es wieder zu entfernen. Damit helfe ich ja quasi der Polizei. Wenn die Polizei mich anhält, ist das auch immer mein Argument. Meistens lassen sie mich aber in Ruhe, da sie selbst nicht im Regen stehen und nass werden wollen. Aber manchmal sprechen sie mich an, diesen Mann im Hoodie, der nachts im Regen unterwegs ist, mit einem Müllsack unterm Arm für das Papier, damit es feucht bleibt.

    BEHIND THE SCENES
    FALL/WINTER 2019/20